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Baukindergeld – staatliche Förderung zur Eigenkapitalstärkung für Familien

Das Baukindergeld ist noch eine relativ junge Förderung, denn ins Leben gerufen wurde es im vergangenen Jahr. Seitdem haben Familien mit Kindern die Möglichkeit, durch den staatlichen Zuschuss ihre Eigenkapitalposition gegenüber Banken zu stärken, wenn es um eine Immobilienfinanzierung geht. Wir informieren Sie im folgenden Beitrag zu den Details des Baukindergeldes und beantworten einige Fragen zu dieser staatlichen Förderung.

Warum wurde das Baukindergeld geschaffen?

Schon seit Jahren stellen insbesondere Familien mit einem geringen oder durchschnittlichen Einkommen zunehmend fest, dass sie sich keine Immobilie mehr leisten können. Daran Schuld sind unter anderem die bereits deutlich gestiegenen Preise für Häuser und Eigentumswohnungen, insbesondere natürlich in den Großstädten des Landes. Ein weiterer Grund besteht darin, dass die Kreditinstitute mittlerweile großen Wert auf Eigenkapital legen. Immer weniger Banken bieten eine Vollfinanzierung an, sondern häufig wird eine Eigenkapitalquote von mindestens 20 Prozent gefordert. Daran scheitern allerdings insbesondere junge Familien mit einem maximal durchschnittlichen Einkommen, die schlichtweg noch keine Zeit dazu hatten, ausreichend Eigenkapital anzusparen. Um diese Situation wieder zu verbessern hat die Regierung im vergangenen Jahr das Baukindergeld ins Leben gerufen.

Worum handelt es sich beim Baukindergeld?

Das Baukindergeld ist eine staatliche Förderung, die das Anschaffen von Eigenheimen unterstützen soll. Dabei richtet sich der Zuschuss ausschließlich an Familien mit Kindern. Alleinstehende bzw. kinderlose Ehepaare können also nicht vom Baukindergeld profitieren. Wer den staatlichen Zuschuss nutzen möchte, der muss diesen mit einem Formular beantragen. Es gibt allerdings einige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, damit das Baukindergeld genehmigt wird. Auf diese Voraussetzung gehen wir im folgenden Beitrag noch näher ein.

Wer kann das Baukindergeld beantragen?

Wie bereits erwähnt, ist das Baukindergeld ausschließlich für Familien mit Kindern gedacht. Das bedeutet, dass es eine Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Antrag ist, dass in Ihrem Haushalt mindestens ein minderjähriges Kind lebt. Als anspruchsberechtigt gelten Sie, wenn Sie für Ihr Kind noch einen Anspruch auf Kindergeld haben und zudem privates Wohneigentum kaufen oder bauen möchten. Eine weitere Voraussetzung ist zu erfüllen, nämlich dass Ihr zu versteuerndes Einkommen eine gewisse Grenze nicht überschreitet.

Wie hoch sind die Einkommensgrenzen beim Baukindergeld?

Mit dem Baukindergeld sollen gezielt Familien mit Kindern gefördert werden, deren Einkommenssituation schwach oder durchschnittlich ist. Aus diesem Grund gibt es Einkommensgrenzen, die Sie beachten müssen. Sie können das Baukindergeld erfolgreich beantragen, wenn sich Ihr jährliches zu versteuerndes Einkommen auf maximal 75.000 Euro + 15.000 Euro pro Kind beläuft. Wenn Sie also beispielsweise eine Familie mit zwei Kinder sind, dürfen Sie maximal 105.000 Euro im Jahr verdienen. Daher gestaltet sich die jeweilige Einkommensgrenze wie folgt:

  • Bis 90.000 € bei einem Kind
  • Bis 105.000 € bei zwei Kindern
  • Bis 120.000 € pro bei drei Kindern
  • Bis 135.000 € bei vier Kindern

Wie hoch ist das Baukindergeld?

Die sicherlich spannendste Frage für Familien mit Kindern besteht darin, wie hoch das Baukindergeld ist. Im Gegensatz zu anderen staatlichen Förderungen ist die Regelung hier einfach und äußerst transparent. Pro Kind wird nämlich jedes Jahr ein Baukindergeld in Höhe von 1.200 Euro gezahlt. Die Höhe der Förderung ist von keinen weiteren Faktoren abhängig, sondern jede Familie mit Kindern erhält auf Antrag 1.200 Euro im Jahr pro Kind.

Wie lange wird das Baukindergeld gezahlt?

Auch die Regelung zu der Dauer, wie lange das Baukindergeld gezahlt wird, ist relativ einfach. Die staatliche Förderung wird nämlich über einen Zeitraum von drei exakt zehn Jahren gezahlt. Somit können Sie fest damit kalkulieren, pro Kind im Laufe der Jahre eine Gesamtförderung in Höhe von 12.000 Euro zu erhalten. Das Baukindergeld wird für eine unbegrenzte Anzahl an Kindern gezahlt, solange, bis die geltenden Voraussetzungen  nicht mehr erfüllt werden.

Wofür kann das Baukindergeld verwendet werden?

Eingangs habe bereits erwähnt, dass das Baukindergeld dazu dienen soll, die Eigenkapitalsituation von Familien mit Kindern zu stärken. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die staatliche Förderung keineswegs zur freien Verwendung steht. Stattdessen darf das Baukindergeld ausschließlich genutzt werden, um dies in eine Immobilienfinanzierung einzubinden. Daher sind es vorrangig die folgenden Zwecke, für die das Baukindergeld geeignet ist:

  • Kauf Eigentumswohnung
  • Bau Ein- oder Mehrfamilienhaus
  • Kauf einer privat genutzten Wohnimmobilie

In den meisten Fällen dient das Baukindergeld in dem Zusammenhang als zusätzliches Eigenkapital. Oftmals ist es erst aufgrund dieses staatlichen Zuschusses möglich, dass die Bank eine Immobilienfinanzierung genehmigt. Der Grund besteht in der bereits angesprochen Situation, nämlich dass Banken häufig nur noch Baukredite vergeben, wenn ein gewisser Eigenkapitalanteil vorhanden ist.

Wie lange gibt es das Baukindergeld noch?

Diese Frage lässt sich nicht beantworten, denn das Baukindergeld steht nicht grundsätzlich für alle Zeiten und zeitlich unbefristet zur Verfügung. Stattdessen hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr einen Topf eingerichtet, aus dem die Gelder in Form des staatlichen Zuschusses zufließen. Bisher haben bereits sehr viele Familien mit Kindern von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, das Baukindergeld abzurufen. Daher ist nicht absehbar, wie lange der vorhandene Topf für die Fördermittel noch ausreicht und ob die Bundesregierung dann noch einmal eine Aufstockung vornehmen wird. Daher ist es definitiv empfehlenswert, dass Sie nicht allzu lange zögern, wenn Sie die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Baukindergeldes erfüllen.

Gibt es noch weitere staatliche Förderungen für Familien mit Kindern?

Neben dem Baukindergeld gibt es durchaus noch weitere staatliche Förderungen, die in direkter oder indirekter Verbindung mit dem Eigenheim stehen. Dabei handelt sich insbesondere um die folgenden Varianten:

  • Arbeitnehmersparzulage
  • Wohnungsbauprämie
  • Riester-Sparen
  • KfW-Darlehen

Ganz besonders interessant ist natürlich für Familien mit Kindern auch die Riester-Förderung. Dort gibt es zum einen eine Grundlage für die Eltern und zum anderen je Kind eine Kinderzulage. Dabei existieren mehrere Möglichkeiten, wie Sie diese Zulagen im Zusammenhang mit dem Riester-Sparen verwenden können, nämlich:

  • Fondssparplan
  • Private Rentenversicherung
  • Banksparplan
  • Bausparvertrag
  • Darlehenstilgung (Wohnriester)

Sie haben also auch bei der Riester-Förderung die Möglichkeit, die jeweiligen Zulagen in die Tilgung eines Immobilienkredites fließen zu lassen. Somit können Sie auch in diesem Fall indirekt von einer staatlichen Förderung im Bereich privat genutztes Wohneigentum profitieren. Darüber hinaus gibt es für Familien mit einem relativ geringen Einkommen noch die Arbeitnehmer-Sparzulage. Dann muss allerdings ein Vertrag über vermögenswirksame Leistungen vorhanden sein, damit diese Zulage abgerufen werden kann. Alternativ oder zusätzlich existiert ferner die Wohnungsbauprämie. In diesem Fall fließt der Förderbetrag normalerweise in einen Bausparvertrag, der bekanntlich häufig später in eine Immobilienfinanzierung eingebunden wird. Nicht zu vergessen gibt es mit den günstigen KfW-Darlehen eine weitere Option, von der auch Familien mit Kindern profitieren können.

Fazit: interessante Förderung in Form des Baukindergeldes

Das Baukindergeld ist tatsächlich eine sehr interessante Förderung für Familien mit Kindern, denn durch das zufließende Eigenkapital kann die Position gegenüber Banken im Rahmen einer Immobilienfinanzierung zum Teil deutlich gestärkt werden. Manchmal trägt das Baukindergeld sogar dazu bei, dass eine Immobilienfinanzierung für die betroffenen Familien überhaupt realisierbar wird.