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Depotcheck – wichtige Grundlage für erfolgreiches Investieren

Zahlreiche Anleger haben Wertpapiere in ihrem Depot, um die sie sich viele Jahre nicht kümmern. Daher kann ein regelmäßiger Depotcheck dazu beitragen, den Erfolg beim Investment in Wertpapiere deutlich zu erhöhen. Dafür kommt es vor allem darauf an, sich bestimmte Ziele zu setzen und das eigene Depot dorthin gehend regelmäßig zu überprüfen. Warum auch Sie einen Depotcheck durchführen sollten, welche Bedeutung die Risikoklassen haben und wie Sie bei einem Check Ihres eigenes Depots vorgehen können, das erfahren Sie in unserem Beitrag.

Aus welchen Gründen ist der Depotcheck sinnvoll?

Der Depotcheck ist sinnvoll, damit Sie möglichst frühzeitig erkennen, wenn sich die Zusammensetzung Ihres Depots ungewollt ändert oder bestimmte Positionen überproportional zu Verlusten beitragen. Der Depotcheck basiert zunächst auf der Analyse des Ist-Bestandes. Dort tragen Sie zusammen, welche Positionen aktuell in Ihrem Depot sind und seit wann Sie diese haben. Im zweiten Schritt kontrollieren Sie, ob die gewünschten Ziele mit den jeweiligen Wertpapieren erreicht wurden. Der wesentliche Sinn und Zweck eines Depotchecks ist es, möglichst frühzeitig Unregelmäßigkeit erkennen, damit Sie schnell Gegenmaßnahmen ergreifen können. Letztendlich dient der Depotcheck natürlich auch dazu, das Risiko des Portfolios zu verringern und auf der anderen Seite die Rendite zu optimieren.

Grundlage für die Depotanalyse: Risikoklassen der Wertpapiere

Es gibt einige Grundlagen, die wichtig für die Durchführung einer Depotanalyse sind. Dazu gehört unter anderem die Kenntnis über verschiedenen Risikoklassen, denen die zahlreichen Wertpapiere zuzuordnen sind, die sich vielleicht auch in Ihrem Depot befinden. Im Grunde können Sie jede der folgenden Wertpapierarten einer Risikoklassen zuordnen und damit zumindest das ungefähre durchschnittliche Risiko der entsprechenden Papiere analysieren:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Aktivfonds
  • Indexfonds
  • Derivate

Die Zuordnung der Risikoklassen ist auch deshalb wichtig, weil Sie später überprüfen können, ob Ihr Depot bezüglich des Anlagerisikos noch die von Ihnen gewünschte Gewichtung hat.

Aus welchen Schritten besteht der Check Ihres Depots?

Den Depotcheck als solches können Sie vergleichsweise einfach durchführen, wenn Sie sich an eine bestimmte Schritt-für-Schritt Anleitung halten. Daher möchten wir in den folgenden Abschnitten aufzeigen, aus welchen Stufen ein Depotcheck in der Praxis bestehen kann:

  1. Definition der Anlageziele
  2. Risiko des Portfolios feststellen
  3. Anlageergebnis analysieren und mit Ziel vergleichen
  4. Positionen im Depot kritisch hinterfragen
  5. Depot-Umstrukturierung vornehmen, auch Rebalancing

Eigene Anlageziele kennen und definieren

Der erste Schritt des Depotchecks ist quasi eine Vorarbeit. Er besteht darin, dass Sie Ihre eigenen Anlageziele definieren und somit kennen. Sie sollten also wissen, welches Risiko Sie beispielsweise bei Ihrem Portfolio bereit sind zu akzeptieren, dann natürlich mit dem Gedanken, eine gute Rendite zu erzielen. Manchen Anlegern kommt es eher auf eine überdurchschnittlich hohe Rendite an, während andere Investoren großen Wert auf eine hohe Sicherheit des Depots legen. Für den Depotcheck ist dieses Anlageprofil und gleichzeitig Risikoprofil eine wichtige Basis.

Welches Risiko hat mein Depot derzeit?

Im zweiten Schritt des Depotchecks analysieren Sie nun, mit welchem Risiko Ihr aktuelles Portfolio eigentlich behaftet ist. An dieser Stelle helfen die zuvor beschriebenen Risikoklassen, denn durch die Zuordnung können Sie im Prinzip für jede Bestandsposition ein durchschnittliches Risiko feststellen. Die Summe der Einzeltitel bildet dann das gesamte Risiko des Portfolios, welches am besten in Prozent angegeben wird.

Derzeitiges Anlageergebnis mit Ihren Zielsetzungen vergleichen

Der dritte Schritt der Depotanalyse sollte darin bestehen, dass Sie einmal Ihr aktuell erreichtes Anlageergebnis mit den zuvor gesteckten Zielen vergleichen. Das kann zum Beispiel so funktionieren, dass Sie sich zuvor als Ziel eine Rendite von durchschnittlich 6 % im Jahr gesteckt haben. Wenn nun Ihr aktuelles Anlageergebnis zeigt, dass es sich lediglich um eine Rendite von 3 % im Jahr handelt, besteht im Prinzip bereits Handlungsbedarf. Sie müssen dann eventuell Ihre Depotstruktur ändern, um wieder näher an das von Ihnen selbst definierte Ziel zu gelangen.

Alle Positionen im Depot kritisch hinterfragen

Zum Depotcheck gehört auch, sich eventuell Fehler einzugestehen und daher alle Bestandspositionen kritisch zu hinterfragen. So genannte „Lieblingstitel“ darf es an dieser Stelle nicht geben, denn kein Wert soll von der kritischen Prüfung verschont bleiben. Der Sinn und Zweck besteht darin, insbesondere solche Bestandsposition zu filtern, die überdurchschnittlich große Verluste bringen.

Umstrukturierung des Depots vornehmen

Im letzten Schritt Ihres Depotcheck müssen Sie unter Umständen aktiv werden. Haben die vorherigen Bestandsaufnahme und Analyse nämlich ergeben, dass Handlungsbedarf besteht, sollte das Depot dementsprechend strukturiert werden. Ein häufig in dem Zusammenhang verwendetes Fachwort ist das Rebalacing. Damit ist gemeint, dass Sie die ursprünglich angedachte Depotstruktur – insbesondere im Hinblick auf das gesamte Risiko und die Gewichtung der einzelnen Positionen – wiederherstellen. 

Die Umstrukturierungsmaßnahmen sollen dazu führen, dass das Risiko möglichst reduziert wird und die Verbesserung der Rendite des Portfolios erfolgen kann. Die Umstrukturierung ist sicherlich nicht einfach, denn Sie müssen dazu einschätzen können, welche Positionen auch zukünftig eher verlustreich sein werden und welche anderen neuen Wertpapiere viel versprechend sind. Zudem sollten Sie natürlich beachten, dass die Umstrukturierung des Depots immer mit Kosten verbunden ist. Gemeint sind damit vor allem die Transaktionskosten, die beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren an der Börse oder auch auf außerbörslichem Weg anfallen.

Depotcheck durchführen oder Experten trauen?

Eine Frage stellt sich für viele Anleger: Kümmere ich mich selbst um mein Depot oder vertraue ich mein Vermögen einem Experten an? Gemeint sind damit insbesondere Vermögensberater, Vermögensverwalter oder auch die Banken mit der entsprechenden Abteilung. Sicherlich ist der Depotcheck etwas zeitaufwändig und erfordert im Prinzip laufende Kontrollen und das Auseinandersetzen mit dem Thema. Wer dazu keine Zeit oder Lust hat, der kann natürlich alternativ sein Kapital in die Hände einer Vermögensverwaltung geben. Dies ist mittlerweile auch für Kleinanleger und Sparer möglich, denn mit den sogenannten Robo-Advisors sind seit einigen Jahren digitalen Vermögensverwalter am Markt. In diesem Fall müssen Sie kein Vermögen von mindestens 500.000 Euro oder mehr haben, um den Service nutzen zu können.

Falls Sie sich für eine Vermögensverwaltung oder für einen Vermögensberater entscheiden, haben Sie den großen Vorteil, dass sich Fachleute um Ihr Depot kümmern. Dazu gehört eben auch, dass in regelmäßigen Abständen eine Bestandsaufnahme durchgeführt und im Fall des Falles eingegriffen wird. Letztendlich ist es daher auch eine Einstellungssache, ob man sich selbst mit dem eigenen Depot beschäftigt oder stattdessen die Dienste eines qualifizierten Finanzexperten beansprucht.

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