Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Digitale Kredite – die neue Art von Online-Darlehen

Im Finanzbereich gibt es immer wieder Innovationen, die in den vergangenen Jahren vor allem auf die zunehmende Digitalisierung in der Finanzbranche zurückzuführen sind. So gibt es beispielsweise inzwischen Online-Vermögensverwalter, die auch als Robo-Advisors bezeichnet werden und Anlegern die Möglichkeit bieten, deren Vermögen digital verwalten zu lassen. Eine weitere Neuerung betrifft den Finanzierungsbereich. Dort gibt es zunehmend die sogenannten digitalen Kredite, mit denen wir uns in dem folgenden Beitrag beschäftigen möchten.

Breites Angebot an Filial- und Onlinekrediten am Markt

Bevor wir uns explizit mit den digitalen Krediten beschäftigen, möchten wir kurz einen Blick auf den aktuellen Finanzierungsmarkt werfen. Dort teilen sich die angebotenen Kredite in zwei große Gruppen ein. Zum einen existieren die sogenannten Filialkredite. Dabei handelt es sich um Darlehen, die Sie in der Geschäftsstelle einer Bank beantragen können. Zum anderen bieten Direktbanken und auch viele Filialbanken, die eine Website besitzen, Onlinekredite über das Internet an. Der Kunde hat in diesem Fall den Vorteil, dass er den Kredit zu jeder Zeit beantragen kann und die gesamte Abwicklung meistens schneller als beim Filialkredit ist. Onlinekredite gibt es mittlerweile für nahezu alle Darlehensarten, insbesondere:

  • Dispositionskredit
  • Ratenkredit
  • Immobiliendarlehen
  • Geschäftskredite

Onlinekredite werden in verschiedenen Varianten angeboten. So werben beispielsweise manche Kreditgeber mit einem Sofortkredit, der besonders schnell ausgezahlt werden soll. Darüber hinaus stellen manche Banken Onlinekredite für bestimmte Kundengruppen zur Verfügung und nennen diese Darlehen dann zum Beispiel Kredite für Azubis oder Studentendarlehen.

Was sind digitale Kredite im Detail?

Wenn man den Begriff digital etwas weiter fasst, dann ist natürlich im Grunde jeder Onlinekredit gleichermaßen ein digitales Darlehen. Im engeren Sinne müssen digitale Kredite allerdings spezielle Voraussetzungen erfüllen, die so nicht zwangsläufig bei jedem Onlinekredit vorzufinden sind. Diese Voraussetzungen beziehen sich insbesondere auf die folgenden drei Rubriken:

  • Beantragung des Darlehens und Weiterleitung an die Bank
  • Legitimation
  • Bestätigung des Kreditvertrages durch den Kunden

In diesen drei Kategorien unterscheiden sich digitale Kredite in größerem Umfang von gewöhnlichen Online-Darlehen und erst recht von Krediten, die Sie in der Geschäftsstelle der Bank beantragen müssen. Was den digitalen Kredit in den drei Kategorien jeweils auszeichnet, das erläutern wir im weiteren Verlauf unseres Beitrages.

Beantragung des Darlehens und Weiterleitung an die Bank: ohne Ausdruck und Versand an den Kreditgeber

Bei den meisten Onlinekrediten ist es mittlerweile so, dass nicht nur der Antrag mittels eines Online-Formulars im Internet ausgefüllt wird, sondern er kann ebenso auf direktem Wege an die Bank online versendet werden. Dies gilt allerdings nicht zwangsläufig für alle Onlinekredite. Manchmal ist es notwendig, den ausgefüllten Antrag auszudrucken und dann später im Zuge der Legitimation per Postident an den Kreditgeber zu senden. 

Dies ist bei digitalen Krediten definitiv nicht der Fall. Dort geben Sie Ihre Daten im Online-Formular in das vorgesehene Feld ein und senden den Antrag – ebenfalls online – einige Minuten später auf direktem Wege an die Bank. Dies beinhaltet übrigens auch, dass Sie in der Regel aufgrund der genutzten automatisierten Kreditscoring-Systeme bereits wenige Minuten später eine Kreditentscheidung mitgeteilt bekommen. Papier fällt an dieser Stelle daher definitiv nicht an.

Legitimation: Videoident- ersetzt das Postident-Verfahren

Eine weitere Kategorie, in der sich digitale Kredite von anderen Onlinekrediten unterscheiden, bezieht sich auf die bei Darlehen stets notwendige Legitimation des Kreditnehmers. Bei den meisten gewöhnlichen Onlinekrediten muss die Identifizierung gegenüber der Bank mittels Postident-Verfahren erfolgen. Das bedeutet, dass Sie sich – in der Regel mit einem speziellen Coupon – in eine Postfiliale begeben. Dort legen Sie Ihren Personalausweis vor und der Postmitarbeiter sendet die Daten zur Speicherung an die Bank. Das Postident-Verfahren ist nicht selten mit einem Zeitaufwand von insgesamt über einer Stunde verbunden. Sie müssen nämlich zunächst eine Postfiliale aufsuchen, haben also eine gewisse Wegstrecke. Anschließend stehen Sie häufig noch einige Zeit in der Warteschlange und dann muss noch das Postident-Verfahren durchgeführt werden. 

Bei digitalen Krediten dauert die Legitimation in aller Regel lediglich etwa fünf Minuten. Die Identifizierung kann nämlich vollständig von Zuhause aus erfolgen, im Zuge des sogenannten Videoident-Verfahrens. Dazu benötigen Sie lediglich einen PC, eine Internetverbindung und eine Webcam. Sie vereinbaren mit dem Bankmitarbeiter einen Termin, zu dem Sie eine Webcam-Verbindung aufbauen. Innerhalb des kurzen Online-Gesprächs zeigen Sie Ihren Ausweis in die Kamera, sodass der Mitarbeiter die Daten notieren kann. Damit ist die Legitimation auch bereits abgeschlossen.

Bestätigung der Darlehensverträge: händische Unterschrift entfällt

Im Zuge der Abwicklung und des Bearbeitungsprozesses bei einem Onlinekredit nehmen die Postlaufzeiten bei gewöhnlichen Online-Darlehen den größten Zeitraum ein. Nachdem die Bank die Darlehensverträge ausgefertigt hat, werden diese nämlich normalerweise an den Kunden gesendet. Dies erfolgt per Post. Der Kreditnehmer muss die Verträge unterschreiben und wieder zurück an den Kreditgeber senden, ebenfalls auf dem Postweg. Dies nimmt nicht nur viel Papier, sondern eben auch durchschnittlich zwei bis drei Tage Zeit in Anspruch, alleine aufgrund der gängigen Postlaufzeiten.

Digitale Kredite sind auch in dieser Hinsicht deutlich fortschrittlicher. Ein Versand der Kreditverträge per Post ist nicht mehr notwendig, da es seitens der Bank nicht mehr verpflichtend ist, die Kreditverträge per Hand unterschreiben zu lassen. An diese Stelle tritt nämlich die sogenannte digitale Signatur. Das bedeutet, dass der Kunde die Kreditverträge zwar sieht, diese allerdings nur noch per PDF-Anhang in Form einer E-Mail versendet werden oder über einen Online-Zugang zum Kreditkonto abrufbar sind. 

Der Kreditnehmer muss lediglich einmal bestätigen, dass er von den Kreditverträgen Kenntnis genommen und diese für richtig befunden hat. Dies geschieht in der Regel dadurch, dass die Bank dem Kunden zunächst einen Code mitteilt. Diesen Code muss der Kreditnehmer dann zur Bestätigung der Kreditverträge online eingeben. Dies wird als digitale Signatur bezeichnet und ersetzt die bis dato meistens übliche händische Unterschrift unter dies Kreditverträge.

Zusammengefasst sind es also insbesondere die folgenden vier Maßnahmen und Abläufe, die einen gewöhnlichen Onlinekredit zu einem digitalen Kredit machen können:

  1. Ausgefüllter Onlineantrag wird über das Internet an die Bank versendet
  2. Unterlagen können ebenfalls online eingereicht werden, entweder als Upload oder E-Mail Anhang
  3. Videoident-Verfahren
  4. Digitale Signatur

Neben der schnelleren Abwicklung und der Zeitersparnis, die sich für den Kunden ergibt, haben digitale Kredite manchmal noch einen weiteren Vorteil. Dieser besteht darin, dass nicht wenige Banken aufgrund der Zeit- und somit Kostenersparnis digitale Darlehen zu etwas günstigeren Konditionen als herkömmliche Onlinekredite vergeben. Im Grunde sind digitale Kredite daher eine Innovation am Finanzmarkt, die zum einen auf die Digitalisierung zurückzuführen ist und die zum anderen dazu beiträgt, dass sowohl Kreditgeber als Kreditnehmer ausschließlich Vorteile haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.