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Geldanlage und Vermögensaufbau – diese Fehler lassen sich leicht vermeiden

Experten fällt immer wieder auf, dass zahlreiche Anleger Fehler bei der Geldanlage sowie beim Vermögensaufbau begehen. Dadurch entgehen den Bundesbürgern jährlich nicht nur einige Milliarden Euro an Rendite, sondern es entstehen teilweise unnötige Verluste. Dabei lassen sich nahezu alle Fehler mit dem notwendigen Wissen leicht vermeiden. Daher möchten wir im Folgenden einige Fehler nennen und Ihnen Tipps geben, wie Sie diesen aus dem Weg gehen können.

Fehler 1: Rendite verschenken

Der erste Fehler bei der Kapitalanlage kann darin bestehen, das Geld zu sicherheitsorientiert anzulegen. Im Grunde genommen begehen diesen Fehler jedes Jahr einige Millionen Bundesbürger, nämlich indem sie ihr gesamtes Vermögen auf einem Spar-, Festgeld- oder Tagesgeldkonto deponieren. Experten haben berechnet, dass den deutschen Anlegern auf diese Weise mehrere Milliarden Euro an Zinserträgen durch die Lappen gehen. Auf der einen Seite ist es zwar verständlich, wenn das Geld sicher angelegt werden soll. Auf der anderen Seite muss allerdings selten das gesamte für Investitionszwecke zur Verfügung stehende Vermögen sehr sicher investiert werden.

Der Tipp lautet an dieser Stelle: Nehmen Sie eine Diversifikation vor! Oftmals ist es ausreichend, wenn Sie beispielsweise 40 bis 50 Prozent Ihres Kapitals sehr sicher investieren. Das restliche Geld können Sie dann rentabler anlegen, als es aktuell auf einem Tages- oder Festgeldkonto möglich ist.

Fehler 2: Eigene Fähigkeiten überschätzen

Nicht wenige Anleger sind enttäuscht von Banken und Vermögensberatern. Eine Folge daraus ist, dass deutsche Anleger ihre finanziellen Angelegenheiten vermehrt selbst in die Hand nehmen. Dagegen ist grundsätzlich zwar nichts einzuwenden, aber oftmals überschätzen die Kunden ihre eigenen Fähigkeiten. Zwar gibt es eine Reihe von Anlageformen, die sehr einfach verständlich und daher auch für Anfänger bestens geeignet sind, wie zum Beispiel:

  • Tagesgeld
  • Festgeld
  • Bundeswertpapiere
  • Fonds

Darüber hinaus existieren allerdings diverse Anlageprodukte, die sowohl zum Vermögensaufbau als auch zur Kapitalanlage geeignet sind, die einfach ein umfangreiches Wissen erfordern. Wenn Sie sich beispielsweise für eine Sachwertanlage in Oldtimer, Immobilien oder Schmuck entscheiden, muss unbedingt ein umfangreiches Wissen über den jeweiligen Markt vorhanden sein. Ist dies nicht der Fall, kann es schnell passieren, dass Sie größere Verluste erleiden. Aber auch bei einfacheren Anlageprodukten, wie zum Beispiel Aktien, kann eine Selbstüberschätzung zu Verlusten führen.

Unser Tipp lautet an dieser Stelle: Schätzen Sie ihre eigenen Fähigkeiten unbedingt realistisch ein! Falls Sie sich unsicher sind oder Fragen zu einem Anlageprodukt haben, wenden Sie sich an Ihren Bank- oder einen Vermögensberater.

Fehler 3: Nur auf die Performance, nicht aber auf die Rendite achten

Ein weiterer Fehler beim Vermögensaufbau sowie bei der Geldanlage ist nicht ganz einfach zu erklären und kommt deshalb häufiger vor. Wenn Sie zum Beispiel einen Vergleich zwischen Fonds vornehmen, um sich für den aus Ihrer Sicht besten Investmentfonds zu entscheiden, wäre es ein typischer Fehler, die Bewertung ausschließlich aufgrund der bisherigen Performance vorzunehmen. Die Performance zeigt nämlich ausschließlich die Wertentwicklung des Fonds, jedoch werden die Kosten dabei in keiner Weise berücksichtigt. 

Daher ist es wichtig, dass Sie sich bei möglichst allen Anlageformen die Rendite betrachten. Diese beinhaltet nämlich nicht nur die Wertentwicklung, sondern ebenfalls anfallende Kosten. Aber Achtung: Es sind nicht zwangsläufig immer alle Kosten und Gebühren in der Rendite enthalten. Daher ist es wichtig, dass Sie sich explizit bei jeder Geldanlage über die damit verbundenen Kosten informieren.

Fehler 4: Kurzfristig spekulieren statt langfristig investieren

Insbesondere beim Vermögensaufbau wird häufig der Fehler begangen, zu schnell überdurchschnittliche Erträge zu erwarten. Im Grunde entscheiden sich Sparer manchmal – bewusst oder unbewusst – eher für eine Spekulation als für eine langfristige Kapitalanlage. Dabei ist es beim Vermögensaufbau äußerst wichtig, sich nicht nur für die richtigen Finanzprodukte zu entscheiden, sondern einen langfristigen Anlage- und Sparhorizont zu haben. Zu den geeigneten Finanz- und Versicherungsprodukten, die im Fall eines geplanten Vermögensaufbau eine optimale Lösung sein können, zählen insbesondere:

  • Banksparplan
  • Fondssparplan
  • ETF-Sparplan
  • Aktiensparplan
  • Private Rentenversicherung
  • Kapitallebensversicherung

All diese Verträge sollten Sie möglichst nicht vorzeitig kündigen, denn dann haben Sie mitunter nicht nur eine geringe Rendite, sondern erleiden vielleicht sogar Verluste. Daher gilt für langfristig orientierte Sparer die Devise: Investieren statt spekulieren!

Fehler 5: Höheren Renditeversprechungen glauben

Ein ganz typischer Fehler passiert nach wie vor vielen Anlegern, insbesondere in der Niedrigzinsphase. Es wird leicht hohen Renditeversprechungen geglaubt, selbst dann, wenn diese angeblich mit keinem oder nur einem geringen Risiko einhergehen. Tatsächlich ist es an den Kapitalmärkten aktuell jedoch völlig unwahrscheinlich, dass Sie mit einer sicheren Anlageform eine Rendite von mehr als fünf Prozent erzielen können. Zwar ist es menschlich verständlich, dass Sie – gerade wegen der niedrigen Zinsen – nach attraktiveren Anlageformen suchen. Sie sollten allerdings bedenken, dass es nahezu keine Spar- und Anlageform gibt, die hohe Sicherheit und hohe Rendite miteinander vereinen kann. Seien Sie also kritisch bei Angeboten, bei denen Ihnen überdurchschnittlich hohe Renditen bei angeblich hoher Sicherheit versprochen werden.

Fehler 6: Das gesamte Kapital auf ein Pferd setzen

Bei der Kapitalanlage gilt die Devise, das vorhandene Vermögen möglichst auf unterschiedliche Produkte und Anlageformen zu streuen. Trotzdem machen zahlreiche Anleger mit mittlerem oder größeren Vermögen den Fehler, sprichwörtlich alles auf ein Pferd zu setzen. Dies ist sicherlich keine gute Strategie, denn dadurch ist das Risiko des Gesamtportfolios unnötig hoch. Gibt es nämlich bei der gewählten Anlageform Verluste, wirken sich diese 1:1 auf Ihr Gesamtvermögen aus.

Unser Tipp lautet daher eindeutig: Nehmen Sie eine Diversifikation vor! Das bedeutet, dass Sie Ihr Kapital mindestens auf fünf unterschiedliche Anlageprodukte verteilen, die im Idealfall aus verschiedenen Anlageklassen stammen. So senken Sie statistisch das durchschnittliche Risiko, denn in diesem Fall würde sich ein Verlust bei einer Anlageform nicht im Verhältnis 1:1 auf Ihr Gesamtportfolio auswirken.

Fehler 7: Staatliche Zulagen verschenken

Nicht unbedingt ein Fehler, aber einen häufiger Irrtum beim Vermögensaufbau besteht darin, dass die staatlichen Zulagen praktisch nichts bringen würden. Dies ist definitiv falsch, insbesondere unter der Voraussetzung, dass Sie eine Familie mit Kindern haben. Gerade dann kommt nämlich durch die staatlichen Förderungen einiges an geschenktem Kapital im Laufe eines Jahres zusammen. So gibt es aktuell für Sparer insbesondere die folgenden staatlichen Förderungen, die dem Vermögensaufbau dienen:

  • Riester-Rente
  • Rürup-Rente
  • Arbeitnehmersparzulage
  • Wohnungsbauprämie

Schon allein die Riester Zulagen können sich beispielsweise bei einer dreiköpfigen Familie auf jährlich 650 Euro belaufen. Nehmen Sie dann noch das Baukindergeld als weitere staatliche Förderung hinzu, könnten Sie auf diese Weise jährlich fast 2.000 Euro bei nur einem Kind geschenkt bekommen. Es ist daher definitiv falsch, sich nicht um staatliche Zulagen zu kümmern, falls Sie Ihren privaten Vermögensaufbau betreiben oder Wohneigentum erwerben möchten.

Fehler 8: Geld nicht anlegen, sondern unter dem Kopfkissen lagern

Bei vielen Anlegern hört man aktuell den Spruch, dass sich Geld anlegen ohnehin nicht lohnen würde. Daher könnte man die Geldscheine genauso gut unter dem Kopfkissen lagern. Ganz so abwegig ist dieser Gedanke zwar nicht, aber dennoch handelt es sich letztendlich um einen Fehler. Selbst unter der Voraussetzung, dass Sie Ihr Kapital auf einem sehr sicheren Tages- oder Festgeldkonto zu einem Zins von beispielsweise 1,2 Prozent anlegen, erreichen Sie damit zumindest, dass nur ein geringer oder gar kein realer Kaufkraftverlust Ihres Geldes entsteht. 

Würden Sie die Geldscheine stattdessen unter dem Kopfkissen liegen lassen, würde die Inflationsrate in Höhe von aktuell 1,3 Prozent voll zuschlagen. Das bedeutet, dass Ihr Geld unter dem Kopfkissen – bei gleich bleibender Inflationsrate – Jahr für Jahr um 1,3 Prozent weniger Wert wird und Sie somit reale Kapitalverluste erleiden. Mit einer guten Geldanlage können Sie die Inflationsrate nicht nur abfedern, sondern im Optimalfall übertreffen und so reale Kapitalgewinne erzielen.