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Investieren in Schwellenländer: Emerging Markets als aktuelle Geldanlage

Aufgrund der Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten sind immer mehr Anleger dazu bereit, auf Kosten eines höheren Risikos zu investieren, wenn die Aussicht auf eine gute Rendite besteht. Sehr gefragt sind zum Beispiel Sachwertanlagen, zu denen Immobilien oder auch Edelmetalle zählen. Darüber hinaus befassen sich Anleger zunehmend mit speziellen Themengebieten, wie zum Beispiel der Investition in Schwellenländer. Die sogenannten Emerging Markets bieten gute Chancen auf überdurchschnittliche Renditen, sind allerdings auch mit einem erhöhten Risiko ausgestattet. In unserem Beitrag erfahren Sie, was ein Investment in Schwellenländer ausmacht und welche Anlagemöglichkeiten es aktuell in diesem Bereich gibt.

Hintergrundinformationen zu Emerging Markets: was sind Schwellenländer?

Anleger sollten sich zumindest grundlegend in einem Thema auskennen, bevor sie ihr Geld anlegen. Somit ist es wichtig zu wissen, worum es sich eigentlich bei Schwellenländern handelt. Sämtliche Staaten der Erde können bezüglich ihres Entwicklungsstandes einer der folgenden drei Kategorien zugeordnet werden:

  • Industrieländer
  • Schwellenländer
  • Entwicklungsländer

Zu den Industrienationen gehören Staaten wie Deutschland, Vereinigte Staaten, Japan oder Großbritannien. Zahlreiche Länder innerhalb Europas und in Nordamerika nehmen diesen Status ein. Darüber hinaus gibt es insbesondere in Südamerika, Afrika und in Teilen Asiens eine größere Anzahl Entwicklungsländer. Hier ist die Industrialisierung kaum fortgeschritten, weshalb es in der Regel noch Jahrzehnte dauert, bis ein entsprechender Fortschritt erzielt wird. 

Schwellenländer sind nun Staaten, die in einem Zwischenbereich vorzufinden sind. Es handelt sich dabei nicht mehr um reine Entwicklungsländer, aber die Nationen haben andererseits auch noch nicht den Status einer Industrienation erreicht. Sinnbildlich gesprochen stehen diese Staaten also auf der Schwelle zum Industrieland, was eine für Anleger sehr interessante Situation darstellt.

Bis vor einiger Zeit standen insbesondere die sogenannten BRIC-Staaten sinnbildlich für die Schwellenländer. Dabei handelt es sich um die vier Nationen Brasilien, Russland, Indien und China. Mindestens Russland und China zählen allerdings nicht mehr zu den Schwellenländern, sondern sind mittlerweile Industrienation. Heutzutage sind es neben Brasilien und Indien vor allen Dingen Länder wie Thailand, Argentinien, Philippinen oder auch Südafrika, die in den Bereich der Emerging Markets fallen.

Warum ist ein Investment in Emerging Markets interessant?

Für Anleger bietet ein Investment in den Bereich Emerging Markets, also in Schwellenländer, interessante Investitionsmöglichkeiten. Der Grund besteht darin, dass ein großer wirtschaftlicher Aufschwung möglich ist, wenn das Land tatsächlich den Sprung zur Industrienation schafft. Allerdings birgt dies gewisse Risiken. Sollte die Entwicklung nämlich stocken oder rückläufig sein, wäre dies absolut kontraproduktiv und Anleger wurden vermutlich größere Verluste erleiden. Daher ist eine Investition in Emerging Markets zwar einerseits eine Chance auf überdurchschnittliche Renditen, aber auf der anderen Seite stets mit einem erhöhten Risiko verbunden.

Wie kann ich in Schwellenländer investieren: ein Überblick

Es gibt an den Finanzmärkten mittlerweile einige Möglichkeiten, die Anleger in Anspruch nehmen können, die in Emerging Markets investieren möchten. In erster Linie funktioniert dies über die folgenden Anlageprodukte:

  • Rentenpapiere (Anleihen)
  • Aktien
  • Investmentfonds
  • ETFs
  • Zertifikate

Mit diesem Investmentformen möchten uns im Folgenden kurz beschäftigen, um Ihnen die Vor- und Nachteile dieser Anlagevarianten vorzustellen.

Staatsanleihen: Schwellenländer benötigen dringend Kapital

Eine Investitionsmöglichkeit in Schwellenländer besteht darin, dass Sie Staatsanleihen des entsprechenden Landes erwerben. Nahezu alle Schwellenländer benötigen dringend Kapital, um den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung vorantreiben zu können. Da Banken nicht immer dazu bereits sind, größere Kredite an Schwellenländer zu vergeben, bietet es sich für die Nationen an, bei privaten und gewerblichen Investoren Kapital einzusammeln. Da die Bonität der Schwellenländer naturgemäß nicht besonders gut ist, müssen bei derartigen Staatsanleihen relativ hohe Zinsen gezahlt werden. 

Darüber können sich Anleger auf der einen Seite freuen, auf der anderen Seite besteht allerdings natürlich ein nicht unerhebliches Emittentenrisiko. Wie hoch dieses wirklich ist, können Sie insbesondere an dem Rating für den einzelnen Staat festmachen. Neben Staatsanleihen gibt es natürlich alternativ oder zusätzlich die Option, dass Sie sich für Unternehmensanleihen entscheiden. Diese werden von Unternehmen emittiert, die wiederum in einem Schwellenland ansässig sind. Die weitaus meisten dieser Staats- und Unternehmensanleihen können über die Börse gehandelt werden.

Mittels Aktien in Schwellenländer investieren

Falls Sie bei einem Investment in Emerging Markets nicht direkt in den Staat als solchen investieren möchten, bietet es sich an, Aktien verschiedener Unternehmen aus den Schwellenländern zu erwerben. Dann ist es allerdings sehr wichtig, dass Sie eine sehr gezielte Selektion vornehmen. Insbesondere in Schwellenländern gibt es immer wieder Unternehmen, die den Durchbruch schaffen, während andere Firmen sogar insolvent werden. Wenn Sie sich dennoch für ein Investment in Aktien aus Schwellenländern entscheiden, sollten Sie auf die folgenden Punkte achten:

  • Diversifikation vornehmen (Kapital auf mehrere Aktien aufteilen)
  • Vor dem Kauf: Aktienanalyse vornehmen (Chart- und Fundamentalanalyse)
  • Mit der Branche beschäftigen
  • Marktkenntnisse aneignen

Wie Sie an dieser Auflistung erkennen, ist bei einem Investment in Aktien aus Schwellenländern viel Eigeninitiative und Wissen vom Anleger gefragt. Alternativ können Sie sich natürlich auch von Ihrer Bank oder einem Anlageberater informieren und beraten lassen.

Aktien- und Rentenfonds sowie ETFs als deutlich bequemere Variante

Sowohl bei einem Investment mittels Anleihen als auch Aktien in Schwellenländer ist von Ihnen Eigeninitiative und ein gewisses Grundwissen gefragt. Deutlich bequemer und einfacher ist eine weitere Investitionsmöglichkeit, nämlich die mittels klassischer Investmentfonds oder ETFs. Mittlerweile gibt es sowohl Aktien- als auch Rentenfonds, die auf den Bereich Emerging Markets spezialisiert sind. Die jeweilige Fonds enthalten dann bewusst Aktienwerte oder Anleihen aus Schwellenländern, um so die Entwicklung der Emerging Markets darzustellen. Der große Vorteil besteht für Sie als Anleger darin, dass die Fonds automatisch eine Risikostreuung vornehmen, indem sie ihr Kapital in mehrere Anleihen oder / und Aktien investieren. Zudem kümmert sich bei aktiv gemanagten Renten- oder Aktienfonds ein erfahrener Fondsmanager um die Zusammensetzung und begleitet den Fonds.

Alternativ zu aktiv gemanagten Aktien- und Rentenfonds stehen für den Bereich Emerging Markets auch ETFs zur Verfügung. Da es inzwischen einige Indizes gibt, die sich speziell auf Schwellenländer beziehen, können diese über die entsprechenden Exchange Traded Funds nachgebildet werden. Ihr Vorteil als Anleger ist wiederum die Risikostreuung, aber zudem können ETFs besonders durch geringe Kosten und eine gute Performance überzeugen.

Zu den aktiv gemanagten Fonds sowie ETFs, die sich auf den Bereich Emerging Markets beziehen, zählen unter anderem die folgenden Fonds:

  • BSF Emerging Markets Eq Strats A2 USD (LU1289970086)
  • Fidelity Emerging Mkts Foc A-Dis-EUR (LU1102505689)
  • UBS ETF (LU) MSCI Emerging Markets UCITS ETF (USD) A-dis (LU0480132876)

Zertifikate vor allem für erfahrene Anleger geeignet

Eine weitere Investitionsmöglichkeit in Schwellenländer sind Zertifikate. Diese sind allerdings aufgrund ihrer nicht unbedingt einfache Struktur vor allem für erfahrene Anleger geeignet. Je nach Ausgestaltung des Zertifikates können Ertrag und Risiko ganz unterschiedlich ausfallen, da es zum Beispiel die folgenden Zertifikat-Typen gibt:

  • Hebelzertifikate
  • Indexzertifikate
  • Knock-out Zertifikate
  • Garantiezertifikate

Da sich die Zertifikate von ihren Bedingungen her und in der Struktur zum Teil deutlich voneinander unterscheiden können, ist hier einiges an Wissen seitens des Anlegers gefragt. Trotzdem können auch diese Schuldverschreibungen dazu dienen, mit der Aussicht auf eine gute Rendite in Schwellenländer zu investieren.