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Kosten bei Fonds – deutlichen Einfluss auf die Rendite beachten

Die meisten Anleger vergleichen bei der Auswahl von Fonds ausschließlich die Performance, also die Wertentwicklung der letzten Jahre. Dass dies ein Fehler sein kann, zeigt ein Blick auf die Rendite. Diese beläuft sich nämlich bei vielen aktiv gemanagten Fonds auf rund ein bis zwei Prozent niedriger als die reine Performance. Schuld daran sind die Kosten, die gerade bei Aktienfonds nicht unerheblich sind. In unserem Beitrag erfahren Sie, welche Kosten Sie bei Investmentfonds beachten sollten und wie diese die Rendite auf negativer Art und Weise beeinflussen können.

Unterschied zwischen Rendite und Performance kennen

Für Fonds entscheiden sich häufig Anleger und Sparer, die sich nicht näher mit der Selektion einzelner Titel beschäftigen möchten und ihre Kapitalanlage in die Hände von Profis (Fondsmanager) legen wollen. Daraus resultiert unter anderem, dass sich zahlreiche Anleger nicht genau genug über die jeweiligen Fonds als Geldanlage informieren. Aus dieser Situation heraus ist manchmal nicht einmal bekannt, worin der Unterschied zwischen der Performance und der Rendite liegt. Diesen Unterschied sollten Anleger jedoch kennen, denn sonst wird häufig ein Teil der möglichen Rendite verschenkt.

Mit der Performance eines Fonds ist dessen Wertentwicklung gemeint. Die Wertentwicklung wiederum spielt sich darin wieder, wie sich der Preis für einen Fondsanteil entwickelt. Meistens betrachtet man im Rahmen eines Fondsvergleichs die Performance der letzten zwei, fünf oder zehn Jahre. Beläuft sich die Performance auf durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr, so heißt dies allerdings noch lange nicht, dass der Anleger eine Rendite in gleicher Höhe erzielt. Im Unterschied zur reinen Performance beinhaltet die Rendite nämlich zusätzlich die Kosten, die im Zusammenhang mit dem Fonds für den Anleger entstehen. 

Wie groß der Unterschied zwischen Rendite und Performance ausfallen kann, soll das folgende Beispiel zeigen:

Preis Fondsanteil am 30.10.2014: 34,70 Euro

Preis von Anteil am 30.10.2019: 29,68 Euro

Wertentwicklung insgesamt: 16,90 Prozent

Wertentwicklung pro Jahr: 3,38 Prozent

Kosten des Fonds pro Jahr: 1,75 Prozent

Rendite: 1,63 Prozent

In diesem Fall beläuft sich die Differenz zwischen Performance und Rendite demzufolge auf nicht unerhebliche 1,75 Prozent.

Welche Kosten gibt es bei einem Fonds?

Welche Kosten bei einem Fonds veranschlagt werden, hängt unter anderem von der Fondsart ab. Während die Gesamtkostenquote zum Beispiel bei Geldmarktfonds selten unterhalb von einem Prozent liegt, können Sie bei Aktienfonds unter Umständen mit einer Total Expensive Rate (TER) von teilweise über zwei Prozent rechnen. Dabei sind es nicht einmal zwingend alle Kosten, die in der Gesamtkostenquote enthalten sind. Aus dem Grund sollten Sie wissen, auf welche Kosten Sie im Zusammenhang mit einem aktiv gemanagten Fonds generell achten sollten:

  • Ausgabeaufschlag
  • Vertriebsgebühren
  • Verwaltungskosten
  • Managementgebühr

Mit diesen einzelnen Kostenpositionen möchten wir uns im folgenden Teil des Beitrages etwas näher beschäftigen.

Ausgabeaufschlag nicht in der Gesamtkostenquote enthalten

Der Ausgabeaufschlag ist ein Kostenfaktor, der nicht in der Gesamtkostenquote enthalten ist. Wenn also beispielsweise eine TER von 1,8 Prozent angegeben ist, müssen Sie den Ausgabeaufschlag noch hinzurechnen. Zwar wird nicht bei jedem aktiv gemanagten Fonds ein Ausgabeaufschlag veranschlagt, aber häufig ist eben der Ausgabepreis höher als der Rücknahmepreis. Dennoch bedeutet beispielsweise ein Ausgabeaufschlag in Höhe von 5,26 Prozent nicht, dass diese Kosten pro Jahr anfallen. Stattdessen handelt sich nur beim Kauf um einen einmaligen Kostenfaktor. Um den Ausgabeaufschlag nun auf ein Jahr umzurechnen, müssen Sie diesen in ein Verhältnis zur geplanten Anlagedauer setzen.

Haben Sie bei dem betreffenden Fonds zum Beispiel eine Haltedauer von sechs Jahren geplant, ergibt sich bei einem Ausgabeaufschlag in Höhe von 5,26 Prozent ein Kostensatz von jährlich 0,88 Prozent. Diesen Prozentsatz können Sie zur Gesamtkostenquote addieren und erhalten so die tatsächlichen Kosten, die für das Investment in den Fonds anfallen.

Managementgebühr als größter Kostenfaktor bei vielen Fonds

Bei den meisten aktiv gemanagten Fonds ist die sogenannte Managementgebühr für den Anleger der größte Kostenfaktor. Diese Gebühr ist praktisch die Entlohnung des Fondsmanagers, der den jeweiligen Investmentfonds aktiv managt. Nicht selten belaufen sich die Managementgebühren auf 0,9 bis 1,5 Prozent im Jahr. Aus diesem Grund lohnt es sich, beim Fondsvergleich insbesondere auf die Managementgebühr zu achten. Dabei sollten Sie zudem prüfen, ob der Fonds nicht zusätzlich noch eine sogenannte Performance-Fee veranschlagt. Es handelt sich dabei um eine Gewinnbeteiligung, die allerdings bei offenen Investmentfonds relativ selten veranschlagt wird.

Verwaltungsgebühren als klassische Fondskosten

Zu den Fondskosten, die ebenfalls bei sehr vielen Investmentfonds zu finden sind, zählen die Verwaltungsgebühren. Dahinter verbirgt sich der Aufwand des Fonds, der im Zusammenhang mit der Verwaltung der zahlreichen Portfolios und Kundendepots steht. Im Vergleich zur Managementgebühr fallen die Verwaltungsgebühren allerdings meistens relativ moderat aus und bewegen sich im Durchschnitt zwischen 0,25 und 0,45 Prozent. Mitunter wird zusätzlich noch eine Vertriebsgebühr berechnet, die bei offenen Fonds allerdings nicht unbedingt häufig anzutreffen ist.

Die Gesamtkostenquote: welche Kosten entstehen bei aktiv gemanagten Fonds?

Nachdem wir in unserem bisherigen Beitrag die einzelnen Kostenfaktoren aktiv gemanagter Fonds aufgeführt haben, möchten wir nun anhand von Durchschnittswerten die Frage beantworten, mit welchen Gesamtkosten Anleger und Sparer bei Aktienfonds rechnen müssen. Dazu nehmen wir die folgenden beispielhaften Werte an.

  • Managementgebühr: 1,10 %
  • Verwaltungsgebühr: 0,30 %
  • Ausgabeaufschlag: 5,00 %

Wenn Sie den Ausgabeaufschlag auf eine Haltedauer von fünf Jahren mit in die Gesamtkostenrechnung einbeziehen, ergibt sich daraus eine TER von jährlich staatlichen 2,4 Prozent. Streng genommen müssen Sie zudem noch Depotführungsgebühren und eventuell sogar Transaktionskosten dazu rechnen, die beim An- und Verkauf der Fonds fällig werden können. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die Gesamtkosten bei aktiv gemanagten Fonds von pro Jahr leicht zwischen 1,5 und 2,5 betragen können.

Wie kann ich bei den Fondsgebühren sparen?

Insbesondere der Ausgabeaufschlag ist ein nicht unerheblicher Kostenfaktor bei aktiv gemanagten Fonds. Hier können Sie durchaus Kosten einsparen, denn insbesondere einige Broker bieten von Zeit zu Zeit den Kauf von Fondsanteilen ohne Ausgabeaufschlag an. Hier lohnt es definitiv, nicht nur die Angebote zu vergleichen, sondern auch auf von Zeit zu Zeit auftretende Sonderkonditionen zu warten. Eine noch bessere Möglichkeit besteht darin, dass Sie sich statt für aktiv gemanagte Fonds für Indexfonds entscheiden. Bei den immer beliebter wenn ETFs beläuft sich die Gesamtkostenquote nämlich meistens nur auf 0,35 bis 0,65 Prozent. Damit sind Indexfonds zum Teil erheblich günstiger als aktiv gemanagte Fonds, was sich wiederum positiv auf Ihre Rendite auswirkt.