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Private Altersvorsorge optimal gestalten – so ermitteln Sie die passende Sparrate

Immer mehr Bürger beschäftigen sich mit dem Vermögensaufbau, um später zusätzlich zur gesetzlichen Rente und einer eventuellen Betriebsrente eine private Altersvorsorge nutzen zu können. Der gute Wille ist da, aber häufig werden noch Fehler im Zusammenhang mit der Altersvorsorge gemacht. Ein Fehler besteht darin, nicht die passende Sparrate zu wählen, die auf den späteren Bedarf im Vorstand abgestimmt ist. Wir möchten Ihnen daher im folgenden Beitrag aufzeigen, wie auch Sie die optimale Sparrate im Zusammenhang mit Ihrer privaten Altersvorsorge herausfinden.

Rentensystem in Deutschland mit drei Säulen

Viele, aber noch nicht alle Bürger in Deutschland, haben erkannt, dass die private Altersvorsorge ein wichtiges Element ist. Dazu muss man wissen, dass die Rente in Deutschland auf drei Säulen steht, nämlich:

  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Betriebsrente
  • Private Altersvorsorge

Die wichtigste Säule ist sicherlich nach wie vor die gesetzliche Rente, denn diese Macht in der Regel über 70 Prozent der Einkünfte im Alter aus. Insbesondere in den letzten zehn Jahren hat die private Altersvorsorge neben der gesetzliche Rente eine große Bedeutung erlangt. Diese Vorsorge ist wichtig, denn nur dadurch ist es möglich, die sonst im Alter entstehende Versorgungslücke zu schließen. Diese Versorgungslücke ist auch eine wichtige Größe, wenn Sie die perfekte Sparrate im Hinblick auf Ihre spätere Privatvorsorge ermitteln möchten.

Schritt 1: Über welchen Betrag möchte ich später monatlich verfügen?

In den nachfolgenden Abschnitten möchten wir Ihnen gerne Schritt für Schritt erläutern, wie auch Sie die optimale Sparrate für Ihre spätere Altersvorsorge herausfinden. Der erste Schritt besteht darin, dass Sie festlegen, über welchen Betrag Sie später gerne monatlich verfügen möchten. Dieser Betrag sollte natürlich möglichst realistisch sein, denn sonst kann es auch die beste Privatvorsorge nicht schaffen, die im Alter vorhandene Versorgungslücke abzudecken. Vielleicht werden Sie an dieser Stelle überfragt sein und nicht wissen, mit welchem Betrag Sie im Rentenalter monatlich kalkulieren möchten. Dann empfiehlt es sich, Ihr aktuelles Nettoeinkommen als Orientierungshilfe zu nehmen. Für unsere spätere Beispielrechnung gehen wir davon aus, dass Sie im Rentenalter gerne Monat für Monat einen Betrag in Höhe von 1.800 Euro zur Verfügung hätten.

Schritt 2: Höhe der gesetzlichen Rente und einer eventuellen Betriebsrente definieren

Der zweite Schritt besteht darin, dass Sie feststellen, wie hoch Ihre gesetzliche Rente und eine eventuelle Betriebsrente zum Zeitpunkt Ihres Renteneintritts sein wird. Die voraussichtliche gesetzliche Rente können Sie der Renteninformationen, die Sie jährlich oder spätestens zweijährlich erhalten, entnehmen. Einen solchen Bescheid bekommen Sie normalerweise auch über Ihre Betriebsrente, die ebenfalls ab dem 67. Lebensjahr ausgezahlt wird. Für unsere anschließende Beispielrechnung nehmen wir an, dass Sie eine gesetzliche Rente in Höhe von 1.100 Euro sowie eine Betriebsrente über 300 Euro erhalten werden. Sie würden im Rentenalter demzufolge über Einkünfte in Höhe von insgesamt 1.400 Euro verfügen.

Schritt 3: Versorgungslücke ermitteln

Die Versorgungslücke ermitteln Sie sehr einfach, nämlich indem Sie Ihr im Rentenalter gewünschtes Budget als Basis nehmen. Davon subtrahieren Sie die gesetzliche Rente und eine eventuelle Betriebsrente. Das Ergebnis ist dann die monatliche Versorgungslücke im Ruhestand. Für unser Beispiel ergibt sich daraus die folgende Rechnung:

  • Monatliches Budget: 1.800 Euro
  • Gesetzliche Rente: 1.100 Euro
  • Betriebsrente: 300 Euro

Versorgungslücke: 1.800 Euro – 1.100 Euro – 300 Euro = 400 €

Sie werden also voraussichtlich im Rentenalter eine Versorgungslücke in Höhe von 400 Euro haben, was kein allzu hoher Wert ist.

Schritt 4: Sparvertrag auswählen

Der Weg zur optimalen Sparrate für Ihre private Altersvorsorge führt nicht nur über die Berechnung und das Ermitteln einiger Zahlen, sondern natürlich müssen Sie in der Praxis tätig werden. Das bedeutet, dass Sie sich für einen Sparvertrag entscheiden, der dem Vermögensaufbau dienen soll. Neben der Sicherheit unterscheiden sich die verschiedenen Sparverträge vor allem im Hinblick auf die Rendite. Aktuell können Sie bei den nachfolgenden Verträgen die angegebene durchschnittliche Rendite erwarten:

  • Banksparplan: 1,5 bis 2,5 %
  • Private Rentenversicherung: 3 bis 4,5 %
  • Fondsgebundene Rentenversicherung: 3,5 bis 5,5 %
  • Fondssparplan: 4,5 bis 6,5 %
  • ETF-Sparplan: 4,5 bis 6,5 %
  • Aktiensparplan: 4,5 bis 6,5 %

Für unsere spätere Beispielrechnung gehen wir davon aus, dass Sie sich für einen klassischen Fondssparplan mit einer durchschnittlichen Rendite in Höhe von sechs Prozent im Jahr entscheiden.

Schritt 5: Wie lange soll die private Altersvorsorge reichen?

Der fünfte Schritt ist äußerst schwierig, denn Sie müssen sich entscheiden, über welchen Zeitraum Ihre private Altersvorsorge eigentlich reichen soll. Bei der gesetzlichen Rente und der Betriebsrente ist dies einfacher, denn diese wird bis zu Ihrem Lebensende gezahlt. Bei der privaten Altersvorsorge ist das nicht so, denn das angesammelte Kapital reicht natürlich mit einer monatlichen Rentenauszahlung nur für einen bestimmten Zeitraum. Trotzdem müssen Sie diese schwierige Frage beantworten. Eine Orientierungshilfe kann die durchschnittliche Lebenserwartung sein, sodass wir für unsere Beispielrechnung annehmen, dass Sie die private Altersvorsorge auf ein Lebensalter von 80 Jahren ausrichten. Die private Vorsorge müsste also ab Ihrem Renteneintritt noch für 13 Jahre reichen.

Schritt 6: Gesamtkapital berechnen

Im sechsten Schritt geht es darum, die Kapitalsumme zu ermitteln, die ab Ihrem Ruhestand die Grundlage für die monatliche Auszahlung der privaten Altersvorsorge darstellen soll. Zur Berechnung nehmen wir unser vorherigen Beispielwerte, sodass sich die folgende Berechnung ergibt:

  • Versorgungslücke: 400 Euro pro Monat
  • Auszahlungsdauer gewährte Rente: 13 Jahre
  • Berechnung Kapital: 400 € × 12 Monate x 13 Jahre = 62.400 Euro

Sie werden also ab Ihrem Ruhestand insgesamt eine Kapitalsumme in Höhe von rund 62.400 Euro benötigen, um daraus eine bis zu Ihrem voraussichtlichen Lebensende reichende private Rente zu generieren.

Schritt 7: Die optimale Sparrate berechnen

Macht und letzten Schritt möchten wir nun innerhalb unser Beispiel Rechnung die optimale Sparrate für Ihre private Altersvorsorge ermitteln. Dazu benötigen Sie lediglich die folgenden Angaben:

  • Kapitalsumme: 62.400 Euro
  • Rendite die Sparvertrages: 6 %
  • Spardauer: 32 Jahre

Im Beispiel gehen wir davon aus, dass Sie 35 Jahre alt sind und somit noch exakt 32 Jahre Zeit haben, Ihre private Altersvorsorge aufzubauen. Auf Grundlage der genannten Zahlen ergibt sich nun die folgende monatliche Rate: ca. 55 Euro

Damit steht fest: Wenn Sie von jetzt an monatlich nur gut 50 Euro in einen Sparvertrag mit der angenommenen Rendite in Höhe von sechs Prozent einzahlen, werden Sie ab dem Ruhestand genügend Kapital zur Verfügung haben, um daraus eine monatliche private Rente zu generieren. Unsicherheitsfaktoren sind vor allem die Rendite, die natürlich auch anders ausfallen könnte. Zudem könnten Sie länger als kalkuliert leben, sodass dann die finanzielle Mittel eventuell knapp werden und / oder Sie auf eine zusätzliche staatliche Hilfe angewiesen sind.