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Risikomanagement bei Aktien – diese Elemente schützen vor Verlusten

Wer erfolgreich in Aktien investieren möchte, der sollte verschiedene Maßnahmen ergreifen, um Verluste zu verringern bzw. im Idealfall zu vermeiden. Dazu trägt in erster Linie das sogenannte Risikomanagement bei. Dieses hat zum Ziel, das Portfolio fortlaufend zu optimieren und durch verschiedene Aktionen das gesamte Risiko des Aktiendepots zu verringern. Wir möchten im folgenden Beitrag näher darauf eingehen, was ein solches Risikomanagement beim Investment in Aktien beinhaltet.

Aktien zeichnen sich durch Rentabilität und Flexibilität aus

Trotz der Niedrigzinssituation sind es derzeit vergleichsweise wenige Anleger, die sich neu für ein Investment in Aktien entscheiden. Dies ist umso verwunderlicher, wenn man weiß, dass Aktien zu den rentabelsten Anlageformen überhaupt zählen. Wer zum Beispiel in den vergangenen 30 Jahren vorwiegend in DAX-Aktien investiert hat, der konnte sich über eine durchschnittliche Jahresrendite von mehr als acht Prozent freuen. Das direkte Investment in Aktienwerte ist allerdings mit einem höheren Aufwand verbunden. Die zu kaufenden Aktien müssen nämlich nicht nur selektiert werden, sondern darüber hinaus sollte eine stetige Überwachung des Portfolios vorgenommen werden.

Risikomanagement – was bedeutet das?

Mit dem Risikomanagement werden im Grunde einzelne Maßnahmen zusammengefasst, die zum Ziel haben, das gesamte Risiko Ihres Aktien-Portfolios zu reduzieren. Das Risikomanagement gliedert sich oftmals in die folgenden Bereiche:

  • Selektion der Aktien
  • Regelmäßige Analyse und Überwachung
  • Umschichtungen vornehmen (wenn notwendig)
  • Einzelne Maßnahmen ergreifen

Das Risikomanagement beginnt also bereits beim Kauf der Aktien. Bei der Selektion sollten Sie sich insbesondere Daten der Chart- und Fundamentalanalyse zukommen lassen, um so beispielsweise unterbewertete Aktien zu finden. Ebenfalls wichtig ist eine fortlaufende Analyse und Überwachung des Portfolios, die zum Beispiel beinhaltet, die aktuellen Kursverläufe festzuhalten. Sollte es notwendig sein, beinhaltet das Risikomanagement natürlich auch Umschichtungen im Depot, wie zum Beispiel das aussortieren verlustreicher Aktienwerte. Mitunter können zusätzliche Maßnahmen notwendig sein, die sehr individuell ausfallen können.

In den folgenden Abschnitten möchten wir näher auf die einzelnen Standard-Maßnahmen eingehen, die ein Risikomanagement im Bereich der Aktienanlage beinhalten kann.

Auswahl der Aktien: Chart- und Fundamentalanalyse nutzen

Wie bereits kurz erwähnt, beginnt ein gutes Risikomanagement bereits bei der Auswahl der Aktien. Dabei sollten Sie sich sowohl die Chart- als auch die Fundamentalanalyse betrachten. Bei der Chartanalyse geht es darum, die Kursverläufe der Aktien in der Vergangenheit zu analysieren, um so mögliche Unregelmäßigkeiten zu erkennen. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel in der Gegenwart eventuelle Kauf- oder Verkaufsignale erkennen. Ebenfalls wichtig ist die Fundamentalanalyse, die sich vor allem auf Unternehmenskennzahlen bezieht. 

Anhand der folgenden Zahlen und Daten können Sie so beispielsweise herausfinden, ob eine Aktie auf Basis ihres aktuellen Kurses eher über- oder unterbewertet ist:

  • Kursgewinnverhältnis (KGV)
  • Dividendenrendite
  • Eigenkapitalquote
  • Gewinn je Aktie
  • Umsatzwachstum

Sämtliche Analysen haben zum Ziel, dass sie exakt solche Aktienwerte identifizieren, die einerseits ein möglichst geringes Risiko, andererseits aber auch eine gute Chance auf überdurchschnittliche Kursgewinne haben.

Diversifikation vornehmen: wichtiger Bestandteil des Risikomanagements

Ein sehr wichtiger Bestandteil des Risikomanagements bezieht sich bereits auf den Kauf der Wertpapiere, nämlich die sogenannte Diversifikation. Damit ist gemeint, dass Sie Ihr Kapital nicht nur in einer Aktie investieren, sondern das Geld auf mehrere unterschiedliche Aktienwerte verteilen. Die Diversifikation wird nicht umsonst auch als Risikostreuung bezeichnet, denn auf diese Weise können Sie das gesamte Risiko Ihres Portfolios – statistisch – reduzieren. 

Sollte bei einem Aktienwert nämlich ein größerer Verlust eintreten, wirkt sich dies deutlich weniger negativ auf Ihr Gesamtportfolio aus, als wenn Sie nur diesen einen Aktientitel im Portfolio hätten. Je nach Anlagesumme ist es empfehlenswert, Geld auf mindestens fünf bis zehn unterschiedliche Aktien zu verteilen. Im Idealfall sollten diese aus verschiedenen Ländern und Branchen stammen. Generell lassen sich Aktien diesbezüglich zum Beispiel nach den folgenden Kriterien unterteilen:

  • Standard- oder Nebenwert
  • Old economy oder Tech?
  • Branche
  • Land / Region
  • Kurschancen oder stabile Dividende 

Portfolio fortlaufend analysieren und überwachen

Ein sehr wichtiger Teil des Risikomanagements beim Investment in Aktien besteht ferner darin, dass Sie Ihr Portfolio fortlaufend analysieren und überwachen. Dazu gehört in erster Linie, dass Sie sich die Kursentwicklung der im Depot enthaltenen Aktien ansehen. Dies ist zwar bei einem langfristigen Anlagehorizont nicht ganz so wichtig, als wenn Sie Ihr Geld nur für wenige Monate oder einige Jahre in die Wertpapiere investieren möchten. Trotzdem sollten Sie mindestens einmal wöchentlich eine Bestandsaufnahme vornehmen, um zum Beispiel verlustreiche Aktienwerte schnell zu identifizieren. Zur Überwachung gehört auch, dass Sie sich beispielsweise zu Unternehmensdaten und ad-hoc Mitteilungen der AG auf dem Laufenden halten.

Praktische Maßnahme: Stop-Loss Order erteilen

Eine sehr praktische Maßnahme im Zusammenhang mit dem Risikomanagement bei Aktien ist das Erteilen einer Stop-Loss Order. So wird ein Auftrag an die Bank bzw. an den Broker genannt, bei dem Sie vorgeben, dass eine im Bestand befindliche Aktie unter der Voraussetzung verkauft wird, dass ein von Ihnen festgelegter Kurs unterschritten wird. Durch diese Maßnahme haben Sie sowohl die Möglichkeit, bereits erzielte (aber nicht realisierte) Gewinne zu sichern als auch höhere Verluste zu vermeiden. Um eine sinnvolles Stop-Loss Marke festzulegen, sollten Sie Ihre persönliche Schmerzgrenze bezüglich eines möglichen Verlusts pro Aktienposition kennen. Diese ist sehr unterschiedlich und kann bei einem Anleger bei 20 Prozent, bei dem anderen Investor bei 5 Prozent liegen.

Depot umschichten: Aktien tauschen und Rebalancing vornehmen

Zu einem optimalen Risikomanagement gehört natürlich nicht nur die Selektion und Überwachung der Aktien, sondern ebenfalls das aktive Handeln. Haben Sie beispielsweise aufgrund Ihrer regelmäßigen Überwachung und Analyse festgestellt, dass manche Aktienwerte nicht die erhoffte Rendite bringen, kann es durchaus Sinn machen, das Depot diesbezüglich umzuschichten. Sie müssen dann im Prinzip mit dem gesamten Risikomanagement beginnen, nämlich besonders Erfolg versprechende Aktien zu selektierten. Darüber hinaus kann die Depotumschichtung notwendig werden, wenn Sie in Ihrem Portfolio ein sogenanntes Rebalancing vornehmen möchten.

Das Rebalancing beinhaltet, dass Sie in gewissen Abständen Ihre ursprüngliche Portfolio Struktur wieder erreichen. Aufgrund der unterschiedlichen Kursveränderungen kann es nämlich im Laufe der Zeit passieren, dass sich Ihr Depot beispielsweise in eine zu riskante Richtung entwickelt, während eher sicherheitsorientierte Aktien in der Minderheit sind. Durch den gezielten Kauf und Verkauf bestimmter Aktien können Sie die ursprüngliche Gewichtung wiederherstellen, was in der Summe das Rebalancing ausmacht. Letztendlich verringern Sie damit zwar nicht grundsätzlich das Risiko Ihrer Aktienanlage. Sie können jedoch zumindest damit erreichen, dass die ursprünglich angedachte Risikoklasse Ihres Depots beibehalten wird.