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Staatliche Förderung für Sparer: diese Fördermöglichkeiten existieren

Der Staat tut mittlerweile einiges für Sparer, um diese beispielsweise dabei zu unterstützen, eine private Altersvorsorge aufzubauen. Nach wie vor gibt es jedoch einige Millionen Bundesbürger, die zwar regelmäßig Rücklagen bilden und auf ein bestimmtes Ziel hin sparen, sich aber noch nicht zu den Fördermöglichkeiten informiert haben oder diese ignorieren. Dass dies durchaus ein Fehler ist, soll unser folgender Beitrag zeigen, in dem wir einige Fördermöglichkeiten für Sparer aufzeigen.

Staat unterstützt den Vermögensaufbau der Bürger – eine Übersicht

Es gibt einige Fördermöglichkeiten, die der Staat aktuell anbietet. Diese beziehen sich zum Großteil auf den regelmäßigen Vermögensaufbau, den die Regierung unterstützen möchte. Zu den bekanntesten Fördermöglichkeiten zählen aktuell sicherlich:

  • Riester-Rente
  • Basisrente (Rürup-Rente)
  • Wohnungsbauprämie
  • Arbeitnehmersparzulage

Darüber hinaus gibt es noch eine indirekte Förderung, nämlich die sogenannten vermögenswirksame Leistungen. Diese werden von zahlreichen Arbeitgebern in Deutschland gezahlt, weil zum Beispiel eine Verpflichtung aus dem Tarifvertrag besteht. Allerdings handelt es sich dabei natürlich nicht um eine staatliche Förderung.

Exkurs: Förderungen auch außerhalb des Vermögensaufbaus

Bevor wir auf die zuvor genannten Forderungen des Staates eingehen, die ausschließlich dem Vermögensaufbau dienen, möchten wir noch einige weitere Fördermittel nennen, die der Staat zur Verfügung stellt. Seit dem vergangenen Jahr gibt es zum Beispiel für Familien das Baukindergeld. Dieses wird gezahlt, damit die Familien über mehr Eigenkapital in der Baufinanzierung verfügen und somit die Chance auf eine positive Kreditentscheidung seitens der Bank erhöhen können. Das Baukindergeld beläuft sich immerhin auf 1.200 Euro pro Kind und Jahr. Begrenzt ist es lediglich auf einen Zeitraum von zehn Jahren. Das bedeutet: Als Familie mit zwei minderjährigen Kindern erhalten Sie im Laufe des nächsten Jahrzehnts insgesamt 24.000 Euro an Baukindergeld.

Weitere Fördermittel stellt insbesondere die KfW-Bank zur Verfügung. Dort geht es ebenfalls nicht um die Förderung von Sparern, sondern beispielsweise für Weiterbildungen (Studenten, Auszubildende) sowie bei verschiedenen baulichen Maßnahmen. Gefördert wenn beispielsweise Energiesparhäuser und das private Wohneigentum im Allgemeinen, meistens durch günstige KfW_Kredite. Kommen wir jetzt allerdings zu den angesprochenen Fördermöglichkeiten, die es hierzulande aktuell für Sparer zum Vermögensaufbau gibt.

Geschenktes Geld vom Staat: die Riester-Rente

Die wohl bekannteste und auch am häufigsten genutzte staatliche Förderung, die den Vermögensaufbau der Bürger unterstützen soll, ist die Riester-Rente. Oftmals kritisiert, manchmal zurecht, manchmal zu Unrecht, nutzen mittlerweile mehr als zehn Millionen Bundesbürger diese staatliche Förderung. Die Riester-Rente wurde geschaffen, damit die Bürger dazu motiviert werden, mehr für Ihre private Altersvorsorge zu tun. Letztendlich dient die Förderung natürlich langfristig dazu, die Sozialkassen zu entlasten. Jeder eigens angesparte Euro verhindert nämlich im späteren Rentenalter eventuell, dass der Staat in Form der Grundrente einen Zuschuss leisten muss. 

Förderberechtigt im Zuge der Riester-Rente sind alle abhängig Beschäftigten in Deutschland sowie deren Partner. Aber auch Selbstständige und Freiberufler, die entweder rentenversicherungspflichtig sind oder in die Rentenkasse einzahlen, können die Riester-Rente erhalten. Die Förderung besteht darin, dass Sie als Förderungsberechtigter eine Grundzulage erhalten. Diese beträgt bis zu 175 Euro pro Person und Jahr. Um die volle Grundzulage zu bekommen, müssen Sie mindestens vier Prozent Ihres jährlichen zu versteuernden Einkommens in einen Riester-Vertrag einzahlen. Dabei sind es die folgenden Vertragsarten, die als förderfähig gelten und somit als Riester-Vertrag angeboten werden:

  • Banksparplan
  • Private Rentenversicherung
  • Bausparvertrag
  • Fondssparplan

Bei der Vertragsauswahl sollten Sie vor allem auf die Sicherheit und die Rendite des jeweiligen Produktes achten.

Neben der Grundzulage erhalten Sie bei der Riester-Rente unter Umständen zusätzlich eine Kinderzulage. Dies trifft unter der Voraussetzung zu, dass in Ihrem Haushalt ein minderjähriges Kind lebt, für das Anspruch auf Kindergeld besteht. Auf diese Weise erhalten Sie dann für jedes entsprechende Kind jährlich eine Kinderzulage von 300 Euro, falls der Nachwuchs nach 2007 geboren ist. Für alle anderen Kinder beträgt die jährliche Kinderzulage 185 Euro. Wer neu mit dem Riester-Sparen startet, erhält unter Umständen einen Berufseinsteigerbonus in Höhe von einmalig 200 Euro. Dieser wird allen versicherungspflichtigen Arbeitnehmern gezahlt, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Basisrente als Alternative für Besserverdiener und Selbstständige

Wer nicht in die Rentenkasse einzahlen, der hat aktuell kein Anspruch auf die Riester-Förderung. Trotzdem gibt es auch für diese Betroffenen eine Alternative, nämlich die Basisrente. Diese ist besser unter der Bezeichnung Rürup-Rente bekannt und richtet sich insbesondere an Selbständige, Freiberufler, aber auch Arbeitnehmer mit einem überdurchschnittlichen Einkommen. Die Förderung besteht bei der Rürup-Rente nicht aus Zulagen, sondern stattdessen aus steuerlichen Vorteilen. Diese wiederum bestehen darin, dass ein großer Teil der in den Vertrag fließenden Beiträge als Sonderausgaben von der steuerlichen Belastung abgezogen werden kann. Da insbesondere bei Besserverdienenden der Steuereffekt unter Umständen sogar vorteilhafter als der Erhalt der Zulagen ist, kann die Basisrente durchaus für abhängig Beschäftigte mit einem relativ hohen Einkommen eine Alternative sein.

Wohnungsbauprämie für Sparer mit Eigentumswunsch

Eine staatliche Förderung, die es schon relativ lange gibt, ist die Wohnungsbauprämie. Dieses richtet sich an eine besondere Gruppe von Sparern, nämlich diejenigen, die den Wunsch nach den eigenen vier Wänden haben. Mit der Wohnungsbauprämie soll nämlich insbesondere der Abschluss eines Bausparvertrages unterstützt werden, der dann später in Anspruch genommen wird, um einen Immobilienkauf oder dem Bau eines Eigenheims zu finanzieren. Daher wird die Wohnungsbauprämie auch fast ausschließlich im Zusammenhang mit einem Bausparvertrag gezahlt. 

Ob Sie die Wohnungsbauprämie erhalten oder nicht, hängt zunächst von Ihrem jährlichen zu versteuernden Einkommen ab. Dieses darf nicht höher als 25.600 Euro liegen, wenn Sie alleinstehend sind. Verheirateten steht der doppelte Einkommensbetrag zur Verfügung, demzufolge 51.200 Euro. Sie erhalten im Zuge der Wohnungsbauprämie anschließend 8,8 Prozent, allerdings auf einen maximalen jährlichen Sparbeitrag in Höhe von 512 (1.024) Euro. Demzufolge beträgt die Wohnungsbauprämie pro Person und Jahr maximal rund 45 Euro. Diese Förderung ist zwar bei Weitem nicht so attraktiv wie die Riester-Zulagen. Trotzdem sollten Sie dieses Geld nicht verschenken, falls Sie Anspruch darauf haben.

Arbeitnehmersparzulage: klassische Förderung für abhängig Beschäftigte

Die Förderung für Sparer, die es in Deutschland am längsten gibt, ist die Arbeitnehmersparzulage. Diese wird in Verbindung mit einem Vertrag über vermögenswirksame Leistungen gezahlt und richtet sich an Arbeitnehmer, deren maximales Jahreseinkommen 20.000 Euro bei Ledigen bzw. 40.000 Euro bei Verheirateten beträgt. Dieses Einkommen gilt unter der Voraussetzung, dass Sie sich für einen Wertpapiersparvertrag entscheiden. 

Wählen Sie stattdessen einen Bausparvertrag, dann betragen die Einkommensgrenzen 17.900 Euro (alleinstehend) oder 35.800 Euro (Verheiratete). Im ersten Fall beträgt die Arbeitnehmersparzulage 20 Prozent auf maximal 400 Euro an jährlichen Sparbeiträgen, somit 80 Euro pro Jahr. Haben Sie sich für den Bausparvertrag entschieden, beläuft sich die Arbeitnehmer Sparzulage auf 9 Prozent auf maximal 470 Euro an Sparbeitrag, demzufolge auf knapp 44 Euro im Jahr.

Fazit: staatliche Förderungen durchaus attraktiv

Viele Sparer machen noch nicht von der Möglichkeit Gebrauch, in Kombination mit dem regelmäßigen Sparen einen staatlichen Zuschuss oder eine anderweitige Förderungen in Anspruch zu nehmen. Dabei gibt es mit der Riester-Rente, der Basis-Rente, der Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage gleich vier Förderungen, die eventuell infrage kommen. Im besten Fall erhält so eine dreiköpfige Familie pro Jahr einen Gesamtförderungsbetrag in Höhe von mehr als 800 Euro. Hinzu könnte sogar noch ein Baukindergeld in Höhe von 1.200 Euro pro Jahr und Kind kommen, falls eigenes Wohneigentum angestrebt wird.