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Zulagenrendite bei der Riester-Rente – Zusatzertrag keinesfalls unterschätzen

Vor knapp 20 Jahren wurde in Deutschland die sogenannte Riester-Rente ins Leben gerufen. Bis heute handelt es sich um die mit Abstand beste Förderung des Staates, die dem Aufbau einer privaten Altersvorsorge dient. Trotzdem wird in den Medien nicht selten negativ über die Riester-Rente berichtet. Dabei wird zum Beispiel kritisiert, dass die Rendite der Riesterverträge nicht angemessen sei, wenn man die lange Laufzeit berücksichtigt. Was in dem Zusammenhang allerdings häufig außer Acht gelassen wird: die Zulagenrendite! Daher möchten wir uns im folgenden Beitrag ausführlich damit beschäftigen, warum es nach wie vor attraktiv ist, einen Riestervertrag abzuschließen.

Riester-Rente: einige Hintergrundinformationen

Bevor wir näher auf die Zulagenrendite eingehen, möchten wir Ihnen kurz einige Informationen zu Riester-Rente geben, denn nicht jeder Bürger kennt die staatliche Förderung. Die Riester-Rente wurde vor knapp 20 Jahren ins Leben gerufen, weil der Staat die Bürger beim Aufbau einer privaten Altersvorsorge unterstützen möchte. Letztendlich soll dadurch natürlich auch die Rentenkasse entlastet werden, denn umso mehr die Bürger privat vorsorgen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Aufstockung bis zur Grundrente erfolgen muss.

Die Riester-Förderung kann jeder Arbeitnehmer und der jeweilige Partner nutzen, der in die Rentenkasse einzahlt. Dies gilt ebenfalls für Selbstständige und Freiberufler, die entweder freiwillig oder als Pflichtversicherung die gesetzliche Rentenversicherung nutzen. Um die Zulagen zu erhalten, muss der jeweilige Sparer lediglich einen Riester-Vertrag abschließen und in dem Zusammenhang die Zulagen beantragen.

Welche Zulagen gibt es bei der Riester-Rente?

Wenn wir später die Zulagenrendite beschreiben und berechnen möchten, müssen natürlich zunächst einmal die Zulagen bekannt sein, die bei der Riester-Rente gezahlt werden. Diese Zulagen lassen sich in drei Kategorien aufteilen, nämlich:

  • Grundzulage
  • Kinderzulage
  • Berufseinsteigerbonus

Der Berufseinsteigerbonus ist lediglich eine einmalige Zulage, die Berufsanfängern bis zu einem Alter von 25 Jahren gezahlt wird. Der Berufseinsteigerbonus beläuft sich auf einmalig 200 Euro. Viel interessanter sind jedoch die Grundzulage und ebenso die Kinderzulage, falls sich beim Riester-Sparer minderjährige Kinder im Haushalt befinden, für die noch ein Anspruch auf Kindergeld besteht.

Die Grundzulage richtet sich danach, welchen Teil des Einkommens der Riester-Sparer in den von ihm gewählten Sparvertrag einzahlt. Möchten Sie die volle Grundzulage erhalten, muss es sich dabei um mindestens vier Prozent Ihres zu versteuernden Einkommens handeln. Dann erhalten Sie eine Grundzulage, die sich auf jährlich 175 Euro beläuft. Diese Grundzulage erhalten Sie und ein eventueller Partner, der ebenfalls förderberechtigt ist. In dem Fall müssen natürlich zwei separate Riester-Verträge abgeschlossen werden.

Neben der Grundzulage haben Sie eventuell die Möglichkeit, eine Kinderzulage zu erhalten. Dies trifft zu, wenn Sie minderjährige Kinder im Haushalt haben. Sind die Kinder vor 2008 geboren, beläuft sich die Kinderzulage auf jährlich 185 Euro. Geht das Geburtsdatum auf das Jahr 2008 oder später zurück, dann beträgt die Kinderzulage sogar 300 Euro pro Kind und Jahr.

Gesamtzulagen können leicht über 10.000 Euro betragen

An dieser Stelle möchten wir einmal auf die Gesamtzulagen eingehen, die beispielsweise eine dreiköpfige Familie im Laufe der Zeit vereinnahmen kann. Daran wird schon ein wenig deutlich, wie unterschätzt die Zulagenrendite ist, auf die wir anschließend näher eingehen. In unserem Beispiel handelt es sich um eine dreiköpfige Familie, nämlich um ein Ehepaar mit einem fünfjährigen Sohn. Anschließend möchten wir einmal berechnen, welche Summe an Zulagen diese dreiköpfige Familie für einen Zeitraum von 13 Jahren erhält, nämlich bis der Sohn volljährig ist:

  • Grundzulage: 350 € pro Jahr * 13 Jahre = 4.550 Euro
  • Kinderzulage: 300 € pro Jahr * 13 Jahre = 3.900 Euro
  • Gesamtzulagen in 13 Jahren: 8.450 Euro

Die Familie erhält demzufolge in 13 Jahren über 8.000 Euro an Zulagen. Anschließend bekommen die Eltern natürlich weiterhin ihre eigene Grundzulage, selbst wenn keine Kinderzulage mehr bezahlt wird, weil der Sohn volljährig ist und / oder kein Anspruch mehr auf Kindergeld besteht.

Was ist die Zulagenrendite und wie ermittel ich diese?

Beim Riester-Sparen ist die Zulagenrendite getrennt von der eigentlichen Rendite des Riester-Vertrages zu sehen. Die Zulagenrendite stellt den Ertrag dar, der sich dann ergibt, wenn Sie die Riester-Zulagen in ein Verhältnis zu den jährlichen Gesamteinzahlungen in den Riester-Vertrag sehen. Im Grunde ermitteln Sie also, welchen Anteil die Zulagen an den Gesamteinzahlungen in den Riestervertrag haben. Da die staatlichen Zulagen (Grund- und Kinderzulage) faktisch geschenktes Geld sind, ist die Zulagenrendite ein echter Ertrag bzw. Gewinn seitens des Sparers.

Um die Zulagenrendite zu ermitteln, benötigen Sie nur wenige Zahlen und Angaben, nämlich:

  • Jährliche Gesamtzulage
  • Jährliche Einzahlungen in den Riester-Vertrag
  • Jährliche Gesamteinzahlung in den Vertrag

Aus diesen drei Komponenten können Sie relativ schnell und einfach die Zulagenrendite ermitteln. Dies möchten wir Ihnen gerne am folgenden Beispiel verdeutlichen:

  • Jährliche Gesamtzulage: 650 Euro (2 Mal Grundzulage plus einmal Kinderzulage)
  • Jährliche Sparrate (für 2 Riesterverträge): 350 Euro * 12 = 4.200 Euro
  • Gesamteinzahlungen pro Jahr (Zulagen plus Eigenleistung): 4.850 Euro
  • Zulagenrendite: (650 Euro * 100) / 4.850 Euro = 13,40 Prozent

In unserem Beispiel beläuft sich die Zulagenrendite also auf ansehnliche 13,40 Prozent. Noch höher würde die Zulagenrendite sogar ausfallen, falls zum Beispiel eine zweite Kinderzulage gezahlt würde oder Ihre jährliche Eigenleistung etwas geringer wäre. Das Ergebnis zeigt jedenfalls deutlich, dass die Zulagenrendite definitiv lohnenswert ist. Bei einer gewöhnlichen Geldanlage oder beim Vermögensaufbau werden Sie nämlich bei keiner anderen Variante bei der hohen Sicherheit des Riester-Sparens eine Rendite von mehr als acht Prozent erhalten.

Gesamtrendite erhöhen durch optimale Wahl des Riester-Vertrages

Neben der Zulagenrendite erzielen Sie beim Riester-Sparen natürlich noch die Rendite, die aus dem eigentlichen Sparvertrag resultiert. Je nachdem, für welche Art Riester-Vertrag Sie sich entscheiden, kann diese Rendite noch einmal zwischen 2,5 und 7 Prozent betragen. Dabei haben Sie in der Regel die Auswahl zwischen folgenden Sparvarianten:

  • Banksparplan
  • Bausparvertrag
  • Klassischer Fondssparplan
  • ETF-Sparplan
  • Private Rentenversicherung (klassisch)
  • Private Rentenversicherung (fondsgebunden)

Abschließend können wir festhalten, dass die Riester-Rente nach wie vor vor allem aufgrund der hohen Zulagenrendite sehr attraktiv und die beste Möglichkeit ist, staatlich gefördert für das Alter vorzusorgen. Besonders lohnenswert ist die Förderung dann, wenn Kinder im Haushalt leben. So kann eine vierköpfige Familie leicht im Laufe der Jahre über 10.000 Euro an Zulagen einsammeln.